Der Rückenschmerz: eine deutsche Volkskrankheit und wie die Osteopathie helfen kann.

Viele Menschen leiden unter Rückenschmerzen. Oft kann eine osteopathische Behandlung helfen. Foto: 123rf.com / adiruch

Wer kennt das nicht? Rückenschmerzen!!! Sei es nun in der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule. So ein Schmerz im Rücken lässt die Lebensqualität sinken. Verbunden mit schlaflosen Nächten, ist der eine und andere häufig ratlos.


Der Mythos, Rückenschmerzen bekämen nur die eher Fettleibigen, Unsportlichen oder Bürotätigen, gehört wohl eher der Vergangenheit an. Rückenschmerzen machen auch vor Sportlern und eher dünnen Menschen nicht halt.


Aber wie kommt das?


Viele beschreiben mir in meiner Praxis häufig denselben Werdegang. Entweder ist die Ursache klar (Gartenarbeit, was sonst!!), oder der Schmerz tritt plötzlich auf und verschlimmert sich fortan.


Vorstellung beim Arzt, Krankengymnastik, Röntgendiagnostik sind ratsame Maßnahmen. Mehrfach kommt es zu einer Besserung, aber häufig eben nicht. Um den Schmerz los zu werden, wird der Unelastische zur Sportskanone, der Adipöse zum Ernährungsapostel (was sehr gute Tugenden sind!).


Bei einigen aber bleibt der Schmerz. Er wird chronisch, selbst bei einer Röntgendiagnostik, die ohne Befund ist. Was nun? Häufig wird darauf hingewiesen, dass die Ursache auch psychisch sein kann. Dies ist aber noch lange kein Grund, sich mit seinen Rückenschmerzen abzufinden – vor allem, wenn dadurch die Lebensqualität auf null sinkt.


Häufig kommen die Patienten nach einer längeren Leidenszeit in meine Praxis. Nach ausführlicher Anamnese (Krankengeschichte) komme ich dann meist zu dem osteopathischem Befund, dass ein Organ seine Homöostase – sein Funktionsgleichgewicht - eingebüßt hat.


Was heißt das?


Zwei Beispiele möchte ich skizzieren, um den Umstand zu verdeutlichen. Natürlich können es auch andere Konstellationen sein, die zum Rückenschmerz führen. Das wird dann ganz individuell betrachtet.


1. Ein Bürotätiger ohne Sport, sitzt den ganzen Tag am Arbeitsplatz und im Feierabend. Sein Hüftbeugemuskel verkürzt. Der Hüftbeugemuskel hat eine große Nähe zu anderen Organen. Zum Beispiel der Niere, die sich ihre Mobilität über den Hüftbeugemuskel holt. Die Niere bekommt ihre Nerven aus dem Rückenmark auf Höhe des 12. Brustwirbels bis zum 2. Lendenwirbel. Hat man in diesem Bereich chronischen Rückenschmerz, kann das die Ursache sein.


2. Häufig kommen Frauen in den Wechseljahren in meine Praxis und klagen über Schulterschmerzen mit eingeschränkter Mobilität. Sie vollziehen diszipliniert ihre Schulterübungen, aber der Schmerz und die Einschränkungen bleiben. Häufig ist die primäre Ursache die Leber, die in den Wechseljahren vermehrt Östrogen abbauen muss. Kommen da noch so kleine „Selbst-Belobigungen“ wie der Feierabend-Wein oder die Schokolade o.ä. mit ins Gepäck, dann ist die Leber überlastet. Der Arm geht nicht mehr hoch, die Schulter schmerzt.


Diese Ausführungen sollen ihnen verdeutlichen, dass der Rückenschmerz nicht immer ursächlich aus dem Rücken kommt.